Frädrich: Ein weiteres praktisches und theoretisches Ausbildungsziel des Seminars ist die Orientierung im Gelände mit Karte und Kompass. Jeder Lehrgangsteilnehmer wurde in die Lage versetzt, genaue Ortsangaben aus der Karte herauszulesen und mit dem Kompaß zu arbeiten und z.B. die militärisch betrachtet genauere Marschkompaßzahl zu ermitteln. GPS ersetzt also nicht die Karte?
Reinwald: GPS ist ein absolut gutes Hilfsmittel um den eigenen Standort festzustellen bzw sich im Gelände zu orientieren. Der große Nachteil ist aber, dass es sich um ein elektronisches Hilfsmittel handelt, das auf eine eigene Energieversorgung sowie tätsächlich funktionierende Satelliten angewiesen ist.
Beides kann ausfallen und ich bin ausschließlich auf Karte und Kompaß angewiesen. Sie müssen die Werte eines GPS in eine Karte übertragen können und erst dann sind Sie in der Lage, einen Karten-Geländevergleich anzustellen. Nur so können sie den genauen Standort verifizieren. Weiterhin zeigt Ihnen das GPS nur die Luftlinie zu einem Zielpunkt und nicht den möglichen sicheren Marsch- oder Fahrweg.
Das Interview wurde im Dezember 2005 geführt. |