|
|
DURCH ERFOLGREICHE KRISENKOMMUNIKATION
VERTRAUEN GEWINNEN - DENN IN JEDER KRISE STECKT EINE CHANCE
|
Angst + Medien = Krise
Führungskräften unterlaufen bei der Krisenbewältigung immer wieder die gleichen Fehler. Und: Krisen kommen meist plötzlich und verselbstständigen sich bei fehlerhaftem Krisenmanagement, schlechter Vorbereitung und mangelhafter Kommunikation durch ihr rasantes Tempo. In unserer Angstgesellschaft entstehen Krisen eigentlich erst in den Leitmedien. Eine Krise kann dann schnell zu einer Katastrophe anschwellen. Langfristig droht nachhaltiger Schaden für Marke, Image und Reputation.
Es sind nicht nur die großen Konzerne in den so genannten „High Risk“-Bereichen, die sich auf Krisen vorbereiten müssen. Gefährdet sind jede Organisation, Stadt, oder Personen öffentlichen Interesses - und jedes Unternehmen - weltweit gerät alle 43 Sekunden eine Firma in eine Krisensituation. |
  
  
RAUM- & KRISENPLANUNG:
DEMOGRAFISCHER UND KLIMAWANDEL
Wie funktioniert die Krisenkommunikation beim demografischen Wandel in den "Entleerungsgebieten", und was bedeutet "Verhinderungsplanung" in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Hinblick auf den Klimawandel (Beispiel Windkraftanlagen)? Die Journalisten-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltete dazu vom 27. bis 28. Oktober 2008 in Zusammenarbeit mit der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover ein Seminar.
Der demograpische Wandel ist eine Krise in vieler Munde, aber längst nicht bei allen: der langfristige Rückgang der Bevölkerung in (Ost-)Deutschland und in den meisten Ländern Europas, die kontinuierliche Alterung der Bevölkerung sowie die Heterogenisierung nach sozialen und ethnischen Gesichtspunkten sind vor Ort lokalpolitisch ein heißes Eisen. Bald schon müssen Dörfer aufgegeben werden, statt unbezahlbare Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Krisen bedeuten aber auch Chancen, das machte Peter Seifert, Referent vom Regionalen Planungsverband Oberes Elbtal/ Osterzgebirge zum Thema Hochwasserschutz deutlich: Bestimmte von Überschwemmungen bedrohte Gebiete brauchen nicht mehr besiedelt werden. |
  
  

Das Seminar beschrieb räumliche Implikationen des demographischen Wandels, kommunale und regionale Anpassungsstrategien an den demographischen und an den Klimawandel, zum Beispiel in den Bereichen soziale und technische Infrastruktur, sowie Auswirkungen des Klimawandels auf die Raumentwicklung und räumliche Planung in Deutschland. Hierzu berichteten zahlreiche Referenten, unter anderem der Erste Regionsrat der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs... [mehr]
(Abbildung oben, übrige vom "Jahrhunderthochwasser" Dresden 2002, Quelle THW) |

KILLERVIRUS ALS EINE SEUCHE EINE KLEINSTADT BEDROHEN SOLLTE
Resümee einer Norovirus-Epidemie
Unser tägliches Gift gib uns heute. Was passiert, wenn nicht nur nicht eine Virus-Epidemie den Betrieb einer 1000 Betten-Klinik komplett droht lahmzulegen droht, sondern auch noch die Leitmedien draufhauen und über das Killervirus berichten, das gar keins ist? Schlagzeilen, die an Rufmord grenzen? Das war ein wichtiger Aspekt auf der Informationveranstaltung im Deutschen Hygienemuseum Dresden am 5.November 2008 zum Thema "Ausbruch einer Noroviren-Epidemie: klinische Erfahrungen und Möglichkeiten des Ausbruchsmanagements".
November 2007, genau vor einem Jahr: Typischerweise verursachen Noroviren Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheime oder Kindergärten. Dabei zirkuliert der Erreger ganzjährig in der Bevölkerung. Auch in Krankenhäusern kommt es regelmäßig zu mehrere Wochen andauernden Epidemien. Im Herbst 2007 blieben über 100 Patienten und über 30 Mitarbeiter der Klinik Bavaria in Kreischa vom Norovirus nicht verschont.
Kein Pressesprecher war da, aber täglich prasseln Dutzende Presseanfragen ein: In diesem Fall übernahm das Gesundheitsamt schließlich in einer konzertierten Aktion die Pressearbeit, ein einmaliger Vorgang, denn Schweigen oder "Aussitzen" gibt nur Raum zu weiteren Spekulationen in der Presse.
Ist bald die ganze Kleinstadt von einer Seuche betroffen? So titelten selbst seriöse Tageszeitungen, als schon längst eigentliche (mediznische) Krise vobei war. Die Gerüchteküche brodelte trotzdem über - typisch: Haben sich die Medien erstmal auf ein Thema eingeschossen, ist die öffentliche Reaktion oft völlig unverhältnismäßig.
|

Infolgedessen war Dr. Cornelia Mix vom Gesundheitsamt (Landratsamt Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Abteilung Gesundheit) tagelang fast nur mit Pressemitteilungen und Interviewanfragen beschäftigt. Andreas Frädrich, seit 2008 Pressesprecher der betroffenen Klinik infolge der Krise, stimmte überein, dass bei krisenhaften Ereignissen nur "mit einer Stimme" gesprochen werden dürfe. Er wies alle Teilnehmer darauf hin, dass nur eine Person als Sprecher autorisiert werden sollte, damit die Medien möglicherweise verschiedene Ausssagen nicht gegeneinander ausspielen könnte.
Dr. Judith Koch vom Robert-Koch-Institut, Berlin referierte über Determinanten, Entwicklung und Ausbreitung von Noroviren-Epidemien und verschaffte allen Zuhörern eine umfassenden Überblick über die Ergebnisse der letzten Jahre. Dr. Marcus Pohl, Chefarzt der Klinik Bavaria, erinnerte mit einem täglichen Tagebuch der Norovirus-Epidemie an die Ereignisse vor einem Jahr vor und skizzierte so eindrucksvoll auch den Ablauf einer medialen Krise.
Über 70 Ärzte und Fachleute aus Altenheimen, Kindergärten und Kliniken der Region und Verteter des Sozialministeriums lobten die kurzweilige und sehr informative Veranstaltung. Die Veranstaltung wurde für ärztliche Teilnehmer von der sächsischen Landesärztekammer mit 4 CME Fortbildungspunkten zertifiziert.
Am Montag dem 8.12.2008, Treffpunkt: 17.15 Uhr (Bayrische Straße - Seitenausgang Hbf. Dresden) lädt der Presseclub Dresden e.V. (Vorsitzender: Dieter Hoefer) zu Besuch in der Klinik Bavaria auf Einladung von Geschäftsführer Herrn Rudolf Presl. Im anschließenden Hintergrundgespräch wird u.a. die "Noro-Virus"-Krisenkommunikation thematisiert. Es ist nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen vorhanden. Bitte deshalb per Mail anmelden unter dieter.hoefer@DDVRB.de. Es erfolgt eine Bestätigung Ihrer Anmeldung... [mehr] |

PLEITE, PECH, UND PANNEN
Zwei Unternehmen, zwei Orte, zwei Krisen
Was verbinden eine 1000-Betten-Rehaklinik in Sachsen mit berüchtigter DDR-Vergangenheit und ein Öko-Gut mit 1000jähriger Geschichte in traumhafter Lage zwischen Starnberger und Ammersee? Seit vielen Jahren betreut Andreas Frädrich als Pressesprecher diese beiden Unternehmen in der Öffentlichkeitsarbeit. Beide Betriebe und beide Betreiber verbinden viele Gemeinsamkeiten: nicht nur das beide Gründer zufälligerweise aus Bayern kommen und auch ihre beiden Betriebe aus eigener Kraft – selfmade - geschaffen haben, sondern beide eindrucksvollen „Modellprojekte“ suchen - nicht nur architektonisch - ihresgleichen, so dass Journalisten im Auftrag ihrer Leser mal kritisch, mal neidisch, mal anerkennend sehr genau oder weniger genau hinschauten.
In den letzten 10 Jahren wurden an beiden Standorten hier sehr viele Arbeitsplätze und Impulse für eine ganze Region, ganze Landkreise geschaffen, doch so manches ist auch wieder durch Strukturwandel oder Reformpolitik verloren gegangen. Im Laufe der Jahre kam es bei beiden Unternehmen zu schwierigen oder sogar krisenhaften Situationen, durch Teilschließungen von Betriebsteilen und Entlassungen (das Gut) oder sogar Insolvenz (die Klinik).
Bei beiden Unternehmen handelt es sich um jahrhundertealte Traditionsunternehmen. Daher wurden beide Betriebe Anfang 2008 von Andreas Frädrich unter anderem in einem historischen Abriß erstmals in Wikipedia beschrieben... [mehr] |
KRISENKOMMUNIKATION: SEMINAR IN DER BERLINER JOURNALISTENSCHULE
Was tun, wenn eine Krise droht? Was gehört zu einem typischen Verlauf einer Krise, um sie frühzeitig erkennen zu können? Welche Maßnahmen wirken wann wie bei welcher Vorbereitung? Das waren Topics am 17. und 18.November 2008 im Rahmen des Pressesprecher-Seminars "Krisen-Kommunikation" (Dozent: Alexander Ross)
Von der Szenarien-Entwicklung, Krisen-Vorbereitung in der Praxis, Grundzüge der pofessionellen Pressearbeit, PR-Konzeption über die Schubladen-Presseinformation, notwendiger interner Maßnahmen, Checklisten bis zur Sprachregelung... [mehr] |
JOURNALISMUS IN KRISEN-REGIONEN
Über den Einsatz in Krisengebieten befragte Andreas Frädrich Major Michael L. Reinwald...
Das persönliche Risiko beim Einsatz für die Berichterstattung im Krisengebiet ist für Journalisten ziemlich hoch. Sollten nicht besser Roboter, Satelliten oder sogar Drohnen den Job übernehmen? (Interview aus 2005)... [mehr] |
CHRONIK DER
BSE-KRISE
Am 24.November 2000 begann sich die BSE-Krise in Deutschland zuzuspitzen. Über Jahreswechsel traute sich kaum einer, Rindfleisch zu essen. Die Krise gipfelte schließlich mit dem Rücktritt des Bundeslandwirtschaftsministers und der Bundesgesundheitsministerin am selben Tag. Ein Rindfleischmarkt existierte nach der Krise in Deutschland kaum noch. Die BSE-Krise entwickelte sich zum medialen Selbstläufer.
Die BSE-Krise ist eindrucksvolles Beispiel, wie Krisen enorme ökonomische Verluste nach sich ziehen können, die Reperaturkosten für Marktstützung, Entschädigung, Entsorgung, Tests und Forschung gehen in die Milliarden Euro. Erinnern Sie sich? Eine Bestandsaufnahme der politischen, gesellschaftlichen, kommunikativen und medizinischen Dimension (und zwar im Jahre 2005 von Prof. Dr. Tino F. Schwarz, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg) der BSE-Krise... [mehr]
|
|